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Events: J-Junk 2004 – Ein Conbericht, ein Rückblick, ein Nachruf (von Knut) |
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| Events: J-Junk 2004 – Ein Conbericht, ein Rückblick, ein Nachruf (von Knut) |
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An diesem Wochenende fand vom 5. bis 6.3. die vorerst letzte J-Junk statt. Als eine der kleineren Conventions war und ist sie für ihr Essen berühmt und die Events berüchtigt. Wie immer war die Atmosphäre etwas besonderes im Groß-Gerauer Anne-Frank-Jugendzentrum, und wir scheiden mit Trauer, vor allem der Autor dieser Zeilen, der mit der 2001er Erstedition in den Veranstaltern gute Freunde fand, die nächsten beiden Sequels eifrig mitorganisierte und nun ein letztes Mal als gestresster Gast und einfacher Helfer sein Unwesen trieb. Man möge den folgenden Zeilen also unangemessenes Pathos und eine wenig objektive Perspektive verzeihen. Diese mag doch bitte unterhalb dieser Zeilen in Form von Kommentaren anderer User hinzugefügt werden.
Die hier dargestellten Bilder stammen alle von Sebastian, alias Hexxagon. Lieben Dank!

J-Junk: ein Konzept mit viel Spaß
Es klingt ganz einfach: Eine Con von Fans für Fans. Wie schwierig es aber ist, eine persönliche Atmosphäre aufrecht zu erhalten, werden gerade Helfer sehr genau wissen. Man ist spätestens nach der zweiten Nacht ohne richtigen Schlaf extrem entnervt. Aber genau so eine persönliche, freundschaftliche Atmosphäre macht die J-Junk aus. Und das trotz jährlich zunehmender Besucherzahlen, die es teilweise extrem schwer machten, den Körper durch den Gang zwischen Küche und Händler zu schieben. Aber warum auch, wenn man überall bekannte Gesichter sieht und während eines Moments des Wartens ein weiteren netten Plausch führen kann?

Man kennt sich nämlich so langsam. Auf der J-Junk sind so einige jedes Jahr dabei. Aber ebenso kommen immer mehr Leute dazu. Bezeichnend ist, dass diese auch hängen bleiben, nächstes Jahr wieder dabei sind. Gleichzeitig hat man der J-Junk aber nicht viel Platz für den Ausbau gegönnt. Eintrittskarten waren dementsprechend dieses Jahr rar gestreut. Man will die heimelige Atmosphäre nicht zerstören. Zu viel ist häufig einfach auch zuviel, denn ein Programm, dass die Massen bei Laune hält, ist kaum leistbar, wenn man nebenbei studiert.

Vor allem wäre es aber auch kaum möglich, die Massen zu verköstigen. Die J-Junk lebt von der riesigen Speisekarte und dem noch größeren Kochteam, welches ja durch Bonenkai und Nippon Connection auch an anderen Stellen kräftig am Ruf der J-Junk arbeitete. Seien es Sushi, Okonomiyaki, Onigiri oder einfacher Curry: Asiatisches Essen sorgt für eine andere Stimmung als die Bratwurst und der Kartoffelsalat. Hinzu kommen neben dem Standard an weltweit standardisierten Limonadengetränken auch typisch japanische Versionen in giftigen Farben, voller E-Stoffe und noch mehr Zucker. An dem gut bekannten Ramune-Kultgesöff soll schon der ein oder andere Zuckershock gelegen haben. Wer trinkt aber auch vier verschiedene Zuckersorten zusammen mit einem Schuss Wasser zum Frühstück?

J-Junk ist schon sehr einzigartig unter den Manga- und Anime-Conventions. Größer wäre langweiliger, professioneller ebenso. Es ist ein Familientreffen, zu dem sich neben Organisatoren auch die Helfer und die Händler als Gastgeber zählen. Man kennt sich, mag sich und hat seinen Spaß. Dass dabei das Animeprogramm nicht die neusten Kracher enthält und keine japanischen Gäste eingeladen werden, wird durch die spaßigen Contests mit einem Twist (man erinnere sich an die Autofahrten mit Tanzmattensteuerung beim Videospielewettbewerb usw.), den perfekt ausgestatteten Videospieleraum und Wettbewerben wie Jan Ken Poi mit dem japanischen Meistermacher Shinichi wieder wettgemacht, durch den Food-Bonus sogar noch übertroffen. Die Speisekarte hat sich über die Jahre deutlich gefüllt, und die Qualität ebenso verbessert. Solche Qualitätssteigerungen findet man anderswo selten, vor allem bei diesen günstigen Preisen...
Der vierte Jahrgang
Kommen wir also zum aktuellen Jahr. Wieder zum ersten Wochenende im März fand die vorerst letzte J-Junk statt. Viel geändert hat sich nicht. Man kam herein und kann sich gleich zwischen den Händlern und dem Vorführsaal links und Küche plus allen weiteren Sälen rechts entscheiden. Angeboten wurde wieder ausgewähltes: Der „Videospiele-Markus“ präsentierte etliche Bemani-Spiele und Raritäten aus dem fernen Osten, ein Videoraum zeigte fast rund um die Uhr Anime-Serien, während der Hauptsaal neben Anime-Kinowerken vor allem die Shows und Real-Filme bereitstellte. Ein Go-Workshop (der langsam auch zum guten Ton jeder Con gehört) komplettierte das Bild.

Dank der vielen Besucher war auch alles gehörig verstopft. Vor allem die Küche platzte aus allen Nähten. Schon früh waren die Tageskarten ausverkauft, einmal reinschauen wie im letzten Jahr war nicht möglich. Entsprechend war auch die Luft im (ansich gut gelüfteten) Hauptsaal immer wieder stickig. Aber wen störte das schon? Bei den Contests und Shows war es voll bis unter die Decke und kaum jemand verließ den Saal freiwillig. Beim J-Junk-Herzblatt wurden nicht nur einsame Herzen gekittet, sondern vor allem herzlich gelacht (wer hätte das bei der Vorlage jemals gedacht?), der Videospiel-Contest führte dagegen wiedereinmal dazu, dass an sich sehr gute Gamer an den Anfang ihres Zockerdaseins zurückgeworfen wurden. Einfach Turniere hat doch jeder, dachte sich Initiator Paul als passionierter Bemani-Spieler wohl, und erfand Bemani-Situationen für einfache Spiele. Dass auch die vierte Runde dieses Videospiele-Konzepts voll aufging, brauche ich nicht erwähnen.
Großes Highlight war aber wie immer das JJJ (J-Junk Jeopardy), bei dem die Kanidaten teilweise an You don't know Jack erinnert wurden, aber auch richtig heftige Fragen ohne Querdenken zu bestehen hatten. Kostprobe? Wer weiß, warum ein Totoro ein Totoro ist? Keiner? Weil die kleine Mei noch ein wenig Probleme mit der Aussprache hat. Sie denkt, die drei Wesen seien Tororo (Trolle); das ist aber zu schwierig zu sprechen für die Kleine. Also: Totoro.

Aber vor allem wurde es wieder witzig, da die Kanidaten nicht nur Fragen beantworten, sondern auch darstellerische Qualitäten zeigen mussten. Neu war die J-Junk Version von Wetten dass...?, wo ein Verlierer als Wetteinsatz nun das Katzenklo bei Paul und Freundin Paula zu hause putzen darf. Und der neue Cosplay-Wettbewerb brachte auch einige Eigenheiten zutage. So durfte der werte Autor dieser Zeilen mitmachen. Zum Glück für die Außenwelt aber nicht im Fellbikini, sondern als Jury-Mitglied. Endlich durfte mal offiziell gesagt werden, dass es einem egal ist, wie schön das Kostüm ist, wenn der Träger sich nicht mit Ghibli-Filmen auskennt.

Die gezeigten Filme waren bei diesem Programm nur ein Pausenfüller, wenn auch ein hochqualitativer. Als Abschlussfilm durften wir Millenium Actress bewundern, ein erzählerisches Meisterwerk von Satoshi Kon. Davor ging es mit Tonari no Totoro in die Gefilde der Animationsgroßmeister. Mit dem Realfilm Getting Any? wurde zudem ein etwas anderer Film von Takeshi Kitano gezeigt. Das Teil ist so unglaublich, dass jede Beschreibung unnütz ist.
Besonders spaßig ging es auch bei den Videospielern voran, wo Markus wieder einmal ein paar ... Besonderheiten mitgebracht hatte. Mit dem Mini Moni – Bemani Spiel wurde ein Conliebling gefunden. Die sehr rosa wirkende Oberfläche des Spiels wurde dabei von grausam anmutender Kindermusik begleitet und sollte zum allseitigen Rasseln animieren. Wer keinen hohen Blutzuckerspiegel vorzuweisen hatte, griff zur Rassel und machte mit. Wem dies nicht peinlich genug war, der schnappte sich Konamis neuste Bosheit Karaoke Revolution und malträtierte die Umgebung mit seiner Version von Billy Jean.
Man konnte also wieder einiges tun, aber im Mittelpunkt stand dennoch das Treffen mit anderen. Kontakte waren schnell geknüpft, Diskussionen noch schneller entbrannt. Wie denn auch anders, wenn man urplötzlich mit Fremden am Essenstisch sitzt?
Rückblickend gesagt
er Szene wird die J-Junk fehlen. Gerade weil es im Raum Rhein-Main kaum etwas vergleichbares gibt und die großen Cons eher etwas für die echten Con-Gänger sind. Das Persönliche und etwas Verdrehte, was diese Con neben Speis und Trank auszeichnete, wird irgendwo verloren gehen. Was bringt mir ein japanischer Gast, wenn ich kaum Leute kennenlerne, weil die anderen im Händlerraum nach Schnäppchen jagen oder im großen Saal die riesige Cosplay-Show betrachten? Für manche Fans wird sich eine Lücke ergeben, denn die Con-Landschaft wird wieder einseitiger werden.

Zu guter Letzt sei aber auch erwähnt, dass es laut Abschlussrede nicht auf Ewig sein muss. Ein paar Leute wollen etwas ähnliches unter anderem Namen wieder aufbauen, die J-Junk selbst könnte auch irgendwann wieder entstehen. Aber die Erklärung des Aufgebens kann man nur allzu gut verstehen: Die Macher wollen sich auf das Studium konzentrieren und nebenbei ein Real-Life führen. Da die J-Junk eine non-kommerzielle Sache war, hatte man wirklich nicht viel davon. Schade drum, wir werden die J-Junk wirklich vermissen.
Knut
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"Tiefkühlhähnchen, die durch die Stratosphäre wirbeln, zählen zu den Mysterien unserer Existenz."
- Bob Carr, australischer Premierminister
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17.07.2006 13:39 |
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